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DER BLOG ZUM DRAUSSENSEIN

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Von Berlin nach Görlitz ///220km

Von Berlin nach Görlitz ///220km

Fast schon Routine ist die diesjährige Rennradtour von Berlin nach Görlitz, die ich zweimal im Jahr mache. Immer mal wieder eine Adaption der Strecke, jede Version ist fast gleichermaßen schön. Die Tour führt von Blankenfelde aus am Flughafenkorpus von Schönefeld vorbei Richtung Mittenwalde. Auf diesem […]

Durch Deutschlands größte Wüste //// Lieberoser Heide

Durch Deutschlands größte Wüste //// Lieberoser Heide

Schon wieder geht es auf einen verlassenen Truppenübungsplatz der Sowjets. In den siebziegern diente er als Manöverplatz für 50 Tausend Soldaten zu einem der größten Übungen des Warschauer Paktes – heute zeugt davon noch eine Aussichtsplattform, damals für die hochrangigen Offiziellen extra aufgeschüttet, heute ein […]

Ein Hoch auf den Havelhöhenweg – 11 km Wanderung im Berliner Grunewald

Ein Hoch auf den Havelhöhenweg – 11 km Wanderung im Berliner Grunewald

Auf meiner Favoritenliste für Ausflüge in die Natur steht der Grunewald eigentlich ganz unten. Das liegt aber nicht am Wald, sondern an den vielen Berlinern, die dorthin jedes Wochenende ausschwärmen. Meine große Liebe ist und bleibt eben Brandenburg.

Der Havelhöhenweg, der im Grunewald auf einem eiszeitlichen Hochplateau neben dem Uferweg verläuft, ist trotzdem eine Wanderung wert. Vor allem, wenn man nur einen halben Tag Zeit hat und nicht so weit rausfahren möchte. Dadurch, dass es immer wieder bergauf und bergab geht, sind dort deutlich weniger Spaziergänger unterwegs als auf dem Uferweg, den man immer wieder von oben sehen kann. Auch ist der Höhenweg gut versteckt. 

Wir starten am S-Bahnhof Pichelsberg und laufen etwa 2 bis 3 Kilometer am Uferweg entlang, bevor wir den Aufgang entdecken. Oben angekommen, folgen wir dem geschwungenen Weg, immer in Sichtweite der Havel, und gelangen so fast bis zum S-Bahnhof Nikolassee. Etwa 3 Kilometer vor dem Bahnhof steigen wir ab, laufen auf dem Bürgersteig an der Havelchaussee bis zum Kronprinzessinnenweg und beenden die Wanderung am S-Bahnhof Nikolassee.

Auf dem Wanderweg kommt man immer wieder an tollen Aussichtspunkten mit Blick auf die Havel und das gegenüberliegende Ufer vorbei und findet dort auch meistens eine Bank. Die hat man bei der Kürze des Weges allerdings gar nicht nötig. Durch das Auf- und Absteigen, den sich durch den Wald windenden Pfad und die Ausblicke aufs glitzernde Wasser ist es wirklich eine abwechslungsreiche Wanderroute. Fast so schön wie in Brandenburg.

Der Ostsee so nah – dem Trubel so fern. Nandalee Camping.

Der Ostsee so nah – dem Trubel so fern. Nandalee Camping.

Die Schweizer nennen die Gemeinschaftsschlafräume auf ihren Berghütten “Massenlager”. Ein Name, der auch gut zu den Campingplätzen an der Ostsee passen würde. Denn in den Urlaubergehegen hinter den Dünen mündet ein VW-Bus in den anderen und die Zeltheringe stehen wie Blechschwärme im Sandboden. Auf unserer […]

Und täglich grüßt das Nutria – 5 Tage paddeln im Spreewald

Und täglich grüßt das Nutria – 5 Tage paddeln im Spreewald

Zugegeben – ich musste ein bisschen überredet werden, bevor ich mich auf den Paddelausflug eingelassen habe. So sehr ich das Draußensein liebe, zum Schlafen hab ich einfach gern 4 Wände um mich herum. Die Chance auf ein Spreewaldabenteuer wollte ich mir deswegen aber nicht entgehen […]

Jüterbog – Deutschlands größte Wanderdüne im Sperrgebiet

Jüterbog – Deutschlands größte Wanderdüne im Sperrgebiet

Auf dem verschneiten Weg liegt mein Rucksack – Ich suche die Spur eines Otters, den ich gesehen habe.

Etwa 40 Minuten von Berlin befindet sich, wie so oft, ein ehemaliges sowjetisches Militärgebiet. Da in etwa 10 % des damaligen DDR Gebietes Sperrgebiet waren, so ist die Wahrscheinlichkeit, auf ein solches zu treffen nicht gering. So auch an diesem Wintermorgen. Im Zug nach Treuenbrietzen will ich von Osten her über das Naturschutzgebiet an der Zarth auf den ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog. Dort will ich mal wieder übernachten und bei der Eiseskälte dem Sturm lauschen. Hier befindet sich auch Deutschlands größte Wanderdüne.

Das Naturschutzgebiet an der Zarth

Hinter Treuenbrietzen weht ein eisiger Wind. Es ist zu dem Zeitpunkt circa -6° kalt und ich bin froh, diesmal meinen Parka mit Fellkapuze mitgenommen zu haben.  Darunter trage ich dicke Merinounterwäsche und eine Wollstrickjacke. Ich merke nichts von der Kälte. Schnell stapfe ich die Straße entlang und komme durch Pechüle, einem kleinen Dorf mit einem merkwürdigen Namen. Hier gibt es nicht viel und auf der Straße habe ich auch niemanden gesehen. Direkt hinter dem Dorf begegne ich Reiterinnen, die die Abgeschiedenheit und die Weite der Landschaft ebenfalls genießen.

Die Zarth ist ein wunderschönes kleines Stück Natur.
Die Landschaft liegt erstarrt

Hinter dem Dorf begegne ich dann einem älteren Mann mit einem Rottweiler, der hier geboren ist und sein Leben neben dem riesigen Sperrgebiet verbracht hat. Er erzählt von den sowjetischen Soldaten, mit denen er Handel trieb und die, als es zu Ende ging, auf Beutezüge durch Brandenburg zogen, alles mitnahmen, was nicht festgewachsen war. Nach der Wende siedelten sich im benachbarten Altes Lager viele Aussiedler an, vielleicht aus Tradition, denn viele hatten hier lange gedient in der Gegend. Der Mann meint, dass heute der Brennpunkt in Wünsdorf läge. Russen schlagen sich oft mit Asyleinwanderern, meinte er. Aber vor den Russen hätten sie Respekt, anders als vor Deutschen, die wenig vernetzt wären. Er empfiehlt mir, im alten Bunker zu schlafen, da es doch draußen viel zu kalt wäre. Mal schauen. Ich will auf jeden Fall in den Bunker. Später stellt sich dann heraus, dass er wenig spektakülär ist. In den Ritzen schlafen Fledermäuse. Um sie nicht zu stören, haue ich auch schnell wieder ab.

Schlafplatz in der Heide finden

Jetzt beginnt die Heide. Überall ist die Landschaft zerwühlt. Der Wind frischt auf und die Bäume wallen hin und her. Erst will ich mitten unter einem Baum zelten, ein wenig weiter bricht dann jedoch ein großer Ast runter. Da beschließe ich dann doch in die lichten Birkenwälder zu gehen und dort zu bleiben. Der Wind ist mittlerweile einfach zu stark und es ist zu gefährlich. Mittlerweile wird es auch deutlich kälter.

Endlich bietet sich ein wunderschöner Platz:

Mein Schlafplatz in der Heide

Der Hobokocher wird angeworfen und ich koche noch eine Suppe und einen Tee. Danach würfele ich mich ein meinen Schlafsack. Die Windstöße gehen im Wald umher und wandern. Ich kann es genau wahrnehmen. Alle 20 Sekunden rüttelt der Wind am Zelt, dann wandert er wieder in die Ferne. Das geht so weiter, bis ich kurz darauf einschlafe. Ich wache auch erst am nächsten Morgen wieder auf. Von der Umgebung merke ich nachts wenig. Morgens als ich aufwache, rennt neben mir irgendetwas weg. Wahrscheinlich ein Fuchs, oder ein Marder…

Der kommende Tag ist sonnig aber bitterkalt. Es weht immernoch ein eisiger wind. Ich habe mit Freunden und Familie einen Treffpunkt ausgemacht. Hier treffen wir uns um gemeinsam die Wanderdüne zu erkunden. Es wird ein sehr schöner Tag.

Am nächsten Tag scheint die Sonne
Der Birkenwald in der Heide
Hier sieht man die Wanderdüne mit der Sonne schon kurz vor dem Untergang
Der starke Wind spielt mit dem Sand auf der Düne
Hier sieht man die Windräder im Sonnenuntergang
Winterbiwak am Stechlinsee

Winterbiwak am Stechlinsee

  Er ist einer der klarsten Seen, die es in Brandenburg gibt. Er ist sogar ziemlich tief und komplett von Wald umgeben. In ihm lebt ein endemischer Fisch. Der Stechlinsee hat mich schon lange fasziniert und im Sommer waren wir dort schon einige Male zum […]

Winterbiwak im Uckermärkischen Nirgendwo – Libbesickesee

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Der Drang nach draußen Vom Sommer kenne ich ihn noch: Er ist mitten im Wald, kein nennenswerter Ort in der Nähe. Umgeben von Wald und schönen Lichtungen liegt der Libbesickesee unweit von Temmen-Ringenwalde mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Am Wochende hatte ich noch nichts vor und […]

Von Lindow nach Gransee // 15 km

Von Lindow nach Gransee // 15 km

Es ist schon lange her, dass an einem Sonntagmorgen bei uns um sechs der Wecker geklingelt hat. Umso mehr Willenskraft müssen wir aufbringen, um dem Ruf der Wildnis wirklich zu folgen und aus dem Bett zu springen. In Windeseile – denn wir haben nur 40 Minuten bis unser Zug abfährt – verpacken wir uns wintertauglich, füllen eine Thermoskanne mit dampfendem schwarzen Tee mit Zitrone und rasen mit den Rädern zum Bahnhof. Es sind es -2 Grad.

Früher waren wir die Einzigen in den regionalen Zügen und Bussen, die uns morgens hinaus in die Brandenburgische Weite tragen. Heute sind wir unterwegs mit etwa 15 Afrikanern. Männer von kleiner Statur in Anzügen und Frauen mit weißen, locker über den Kopf geworfenen Tüchern und Kinderwägen. An jedem Halt werden es mehr. Als wir in Neuruppin ein letztes Mal umsteigen, ist es bereits eine beeindruckend große Gruppe. Wir fragen uns, wo sie um diese Zeit bloß alle hinwollen. Sie weichen unseren Blicken aus. Vielleicht, weil sie es leid sind, immer angestarrt zu werden. Einer der Männer, die hinter Daniel sitzen, spricht plötzlich ein paar Sätze auf Deutsch. “Oh, das ist gemütlich hier” sagt er zu seinen Freunden. Und: “Ich bin sehr müde”. Ich interpretiere es als Geste, auch wenn keiner von ihnen in unsere Richtung schaut. Sie sind mir gleich ein bisschen weniger fremd.

An der Bushaltestelle im ausgestorbenen Lindow (Mark) beginnt unsere Wanderung. Nur 15 Kilometer sind es von hier bis nach Gransee. Perfekt für einen Wintertag, an man man im Wettlauf mit dem schwindenden Tageslicht steht.

Am Wutzsee laufen wir am südlichen Seeufer in Richtung Meseberg. Außer zwei älteren Herren, die wir auf ihrem gemächlichen Spaziergang überholen, ist es menschenleer und saukalt.

Wir lassen den Uferweg hinter uns und folgen dem Wanderweg in den Wald. Mit durchdringendem Gekrächze scheinen sich die Krähen gegenseitig auf die zwei Eindringlinge aufmerksam zu machen. Sie kreisen über einem verlandeten See, in dessen Nähe ich etwas entdecke. Es sieht aus wie ein Steinzeitwerkzeug. Ein behauener kleiner Stein mit scharfen Kanten. Ich stecke ihn vorsichtshalber ein, man weiß ja nie. Parallel zu unserem Weg verläuft ein kleines Fließ, das den Wutzsee und den Huwenowsee verbindet. Während wir laufen, bin ich in Gedanken bei den Steinzeitmenschen.

Am östlichen Ufer des Huwenowsees liegt das Barockschloss Meseberg. Strahlend schön, aber unerreichbar hinter hohen Zäunen. Das Schloss ist das offizielle Gästehaus der Bundesregierung und gut bewacht. Zum Glück ist das Restaurant daneben auch dem Fußvolk zugänglich und so lassen wir uns dort auf einen Teller Soljanka und ein Stück spanischen Apfelkuchen nieder. Über uns an der Wand hängt ein Foto von Angela Merkel, das sie bei einem Besuch im “Schlosswirt” zeigt. Man muss eben mit dem arbeiten, was man hat.

Nach Gransee sind es noch 5 Kilometer durch Feld und Forst. Kurz vor dem Ziel entdecken wir am Weg einen alten Gutshof, der mit seinen beiden verwitterten Mauern, zwischen denen das Eingangstor fehlt, wirkt als wäre die Vergangenheit hier noch nicht abgeschlossen. Und tatsächlich hat der Hof eine dunkle Geschichte, wie wir auf dem Schild am Eingang lesen. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gründeten die Töchter der großbürgerlichen, jüdischen Familie Veit Simon hier ein Obstgut. Katharina führte den Hof, ihre Schwester Eva lebte als Malerin bei ihr im Haus. Es muss eine schöne Zeit für die Schwestern gewesen sein, inmitten der Wälder, Seen und Streuobstwiesen. 1938 ist sie jedoch vorbei. Sie müssen das Gut verkaufen und werden in ein Konzentrationslager deportiert, das sie nicht wieder lebend verlassen. Der Katharinenhof wird viele Jahre später wieder als Gärtnerei genutzt, dann an die Erbengemeinschaft Veit Simon rückübertragen. Er steht lange leer, bevor er 2008 von zwei Berliner Familien gekauft und restauriert wird. So entkommt er dem Verfall und bewahrt weiter die Erinnerung an die zwei jungen Frauen, die hier aus dem Leben gerissen wurden.

Am späten Nachmittag erreichen wir Gransee. Die Sonne scheint und trotz Minusgraden überkommt uns ein Gefühl jauchzender Sommerfrische. Wahrscheinlich, weil dieser Ort mit so vielen schönen Erinnerungen aus unzähligen Fahrrad- und Wandertouren verbunden ist. Mit einem Eis in der Hand steigen wir auf den Turm des Stadttors, für den man sich im Heimatmuseum den Schlüssel holen kann. Ein letztes Foto, dann machen wir uns auf den Rückweg in unsere Winterresidenz in der Fregestraße.

Durch Westgrönland auf dem Arctic Circle Trail //// 170km 9+1 Tage

Durch Westgrönland auf dem Arctic Circle Trail //// 170km 9+1 Tage

Der Arctic Circle Trail Wenn man sich Grönland vorstellt, so denkt man an weiße Wüste und Eisbären, vielleicht noch an Schneehasen. All dies hat Grönland natürlich zu bieten, doch an der Westküste gibt es viel Grün, das im Sommer durchaus so wohnlich sein kann, dass […]