landrauschen

landrauschen

DER BLOG ZUM DRAUSSENSEIN

Recent Posts

Süß- und Sauerland // 240 km Bikepacking

Süß- und Sauerland // 240 km Bikepacking

Bikepacking – dieser Begriff tauchte dieses Jahr zum ersten Mal an meinem Horizont auf. Radreisen mochte ich schon immer, aber das klingt natürlich längst nicht so abenteuerlich. Zusammen mit dem neuen Wort für eine alte Leidenschaft kam die Erkenntnis, dass man mit dem Rad ja […]

Von Berlin nach Görlitz ///220km

Von Berlin nach Görlitz ///220km

Fast schon Routine ist die diesjährige Rennradtour von Berlin nach Görlitz, die ich zweimal im Jahr mache. Immer mal wieder eine Adaption der Strecke, jede Version ist fast gleichermaßen schön. Die Tour führt von Blankenfelde aus am Flughafenkorpus von Schönefeld vorbei Richtung Mittenwalde. Auf diesem […]

Durch Deutschlands größte Wüste //// Lieberoser Heide

Durch Deutschlands größte Wüste //// Lieberoser Heide

Schon wieder geht es auf einen verlassenen Truppenübungsplatz der Sowjets. In den siebziegern diente er als Manöverplatz für 50 Tausend Soldaten zu einem der größten Übungen des Warschauer Paktes – heute zeugt davon noch eine Aussichtsplattform, damals für die hochrangigen Offiziellen extra aufgeschüttet, heute ein schöner Aussichtspunkt, von dem man eigentlich heute gut sehen kann, wie sich die Vegetation langsam über das Gelände legt. Der Wald kommt zurück – und mit ihm allerlei heimisches Getier und auch einige Wolfsrudel.

Ein Produkt von Waldbränden

Die Landschaft erinnert an andere Gegenden auf der Welt. Es ist Brandenburg – allerdings nicht im Naturell, sondern in adaptierter Form. Ein Waldbrand formte diese Landschaft. Sie wuchs nicht mehr zu, auch weil sie freigehalten wurde vom Militär. So haben wir heute diese Wüste – mitten in Brandenburg. In der Gegend brannte es schon öfter, wohl auch durch Brandstiftung wie beim Waldbrand 2018. Im Jahre 1942 ist der Wald entflammt und damit auch die heutige Heidelandschaft entstanden. Durch die permanente Nutzung wurde sie freigehalten, bis 1994 als die russischen Streitkräfte im größten Truppenrückzug der Geschichte sie dem menschlichen Einfluss entzogen. Seitdem ist nichts mehr gemacht worden. Ganz langsam wächst so auch die Heide teilweise zu. Doch sie ist so groß, dass es noch genug Freiflächen gibt. Es wird noch lange dauern.

Hitzestau im Sonnenbad

Diesmal ist es warm, sehr warm. Man bleibt lieber im Schatten. Doch so viel Schatten gibt es hier nicht. Die Fläche ist nur am Rand bewachsen. Im Zentrum hat sich eine riesige Freifläche erhalten. Sie bildet das Zentrum der Lieberoser Wüste. Man kann mehr als einen Kilometer weit blicken, eine Ausnahme im Brandenburger Meer aus Kiefern und Birkenwäldern.

Rostige Reste

Im Sand entdeckt man mit bloßem Auge die Reste der ehemeligen Nutzung. Es schauen Hülsen und Projektile aus dem Boden, überall. Mit dem Metalldetektor sollte man hier nicht langgehen. So genießt man einfach die Landschaft. Sie ist wunderschön – auch ohne Superlative.

 

 

Verdorrter Baum in der Lieberoser Heide

 

Aus dem Wald heraus

 

Totholz zeigt nach oben

 

Lieberoser Wüste – der Name ist Programm

 

Schlafen am Meer

 

Keine Vegetation zu sehen

 

Übernachtung am Rande
Hoch über der Havel – 11 km Wanderung im Berliner Grunewald

Hoch über der Havel – 11 km Wanderung im Berliner Grunewald

Der Havelhöhenweg, der im Grunewald auf einem eiszeitlichen Hochplateau neben dem Uferweg verläuft, ist definitiv eine Wanderung wert. Vor allem, wenn man nur einen halben Tag Zeit hat und nicht so weit rausfahren möchte. Dadurch, dass es immer wieder bergauf und bergab geht, sind dort […]

Altglobsow: Der Geheimtipp am Stechlinsee

Altglobsow: Der Geheimtipp am Stechlinsee

Er ist der tiefste See Brandenburgs, sein Wasser ist glasklar und an vielen Stellen durchscheinend türkis wie das Mittelmeer: der Stechlinsee. Mit dem kleinen Bootsverleih, der Badewiese und den vielen wilden Badestellen rund um das etwa 12 Kilometer lange Ufer ist der Stechlinsee der perfekte […]

Der Ostsee so nah – dem Trubel so fern. Nandalee Camping.

Der Ostsee so nah – dem Trubel so fern. Nandalee Camping.

Auf dem Nandalee Campingplatz in Sellin bei Bansin kann man ganz in Ruhe ein paar Tage verbringen und ist nur etwa 3 Kilometer vom Meer entfernt. Es gibt Einzelstellplätze für Zelte oder Wohnmobile und dazu größere Wiesen, auf denen man sich nicht nahe kommen muss, wenn man nicht will.

Weniger Camping. Mehr Platz.

Die Atmosphäre ist entspannt und hat etwas von Glamping. Das Essen wird selbst zubereitet und draußen auf rustikalen Hözbänken oder in der Lounge serviert. Es gibt auch eine Badestelle, allerdings ist der See sehr schlammig und nicht wirklich zum Schwimmen geeignet. Der Blick auf die untergehende Sonne über dem Wasser ist dafür aber umso besser. In der Nähe gibt es einen kleinen Laden, in dem man Brötchen bestellen oder selbstgemachte Wurst kaufen kann. Abends rollen die alten Dorfbewohnern hier bei einem Bier ihr breitestes Plattdeutsch aus.

 

 

Täglich grüßt das Nutria – 5 Tage paddeln im Spreewald

Täglich grüßt das Nutria – 5 Tage paddeln im Spreewald

Zugegeben – ich musste ein bisschen überredet werden, bevor ich mich auf den Paddelausflug eingelassen habe. Zum Schlafen hab ich einfach gern 4 Wände um mich herum. Die Chance auf ein Spreewaldabenteuer wollte ich mir deswegen aber nicht entgehen lassen. Und mit zwei Schaffellen über […]

Jüterbog – Deutschlands größte Wanderdüne im Sperrgebiet

Jüterbog – Deutschlands größte Wanderdüne im Sperrgebiet

Etwa 40 Minuten von Berlin befindet sich, wie so oft, ein ehemaliges sowjetisches Militärgebiet. Da in etwa 10 % des damaligen DDR Gebietes Sperrgebiet waren, so ist die Wahrscheinlichkeit, auf ein solches zu treffen nicht gering. So auch an diesem Wintermorgen. Im Zug nach Treuenbrietzen […]

Winterbiwak am Stechlinsee

Winterbiwak am Stechlinsee

 

Er ist einer der klarsten Seen, die es in Brandenburg gibt. Er ist sogar ziemlich tief und komplett von Wald umgeben. In ihm lebt ein endemischer Fisch. Der Stechlinsee hat mich schon lange fasziniert und im Sommer waren wir dort schon einige Male zum baden und paddeln. Man kann unter Wasser wahnsinnig weit sehen. Keine landwirtschaftliche Fläche umgibt den See, kein Zufluss verändert den Nährstoffhaushalt. Diesmal wollte ich im Winter an seinen Ufern übernachten und dem Klang des Eises lauschen. Nachts singt der See, manchmal peitscht er, manchmal pfeift er. Das Atomkraftwerk aus sozialistischer Zeit steht mit seinen Türmen immernoch an seinen Ufern. Jetzt leitet es kein warmes Wasser mehr in den See. 

Fürstenberg 

Einen direkten Bahnanschluss hat der See nicht. Man muss von Fürstenberg hinwandern, wenn man ihn ohne Auto besuchen will. Das ist gut, denn so gibt es auch nicht so viel Publikum, im Winter schon gar nicht. Ich starte also mit der Bahn und steige in Fürstenberg aus, kaufe mir in der Nettowelt noch ein paar Snickers und Wasser, eine Suppenkonserve und Wiener. Der Bäcker gibt leider nicht so viel her, aber für ein paar Brötchen reicht es auch. Mit meinem eigentlich nur für Kameraequipment ausgelegten Rucksack ziehe ich dann los in Richtung Steinförder Straße. Hier stehen Villen und Einfamilienhäuser mit direktem Seeblick. Ich entecke ein modernistisches Haus mit Riesenfenster. Dahinter liegt ein Mann auf einer Couch. Wahrscheinlich war das Fenster zum See gerade belegt.

Lenin

Auf dem Weg Richtung Steinförde kommt linkerhand eine verfallene Villa, die tatsächlich eine bedeutende steingewordene Persönlichkeit mit einem Buch in der Hand vor sich hat. Es ist eine alte Leninstatue, die nun seit fast 30 Jahren ohne sowjetischen Rückhalt dort steht. Ich frage mich, wie viele Leninstatuen wohl noch in brandenburgischen Wäldern stehen. Ich kenne mindestens noch zwei.

Über einen Tunnel klettere ich in den Keller des Hauses und durchforste das Haus. Es gibt einen großen Saal und viele ehemals schöne Räume, die mit Parkett und Stuckdecken ausgestattet sind. Leider nagt der Zahn der Zeit.

Die Leninstatue vor dem Offizierskasino
Die Decken wurden mal abgestützt – gegenüber sieht man die neuen Häuser in erster Reihe zum See

Der Stechlinsee – ein Konzert des Eises

Man sagt, dass sich der Name Stechlinsee vom slawischen Wort für Glas herleitet. Offenbar waren unsere Vorfahren auch schon der Auffassung, dass dieser See besonders klar ist.  Im Winter, wenn der See zu Eis erstarrt, merkt man davon natürlich nicht so viel. Nach einer schönen Winterwanderung bin ich auch am See angekommen. Das Eis knackt, wenn man versucht, darauf zu stehen. Immer wieder ziehen Geräusche durch den gesamten See. In der Nacht sollten sie noch wesentlich stärker werden und mich aus dem Schlaf reißen. 

Die Dunkelheit zwingt mich, nicht ganz bis zur äußersten Spitze der Halbinsel im See zu laufen, sondern früher mein Zelt aufzuschlagen. Hier gibt es noch die Suppe und schon ist es dunkel. Ich lese noch ein Buch bis ich halb 8 einschlafe. Mitten in der Nacht um halb 3 werde ich dann abrupt aus dem Schlaf gerissen. Der See macht jetzt befremdliche Geräusche. Es pfeift und peitscht. Einmal kracht es durch den gesamten See von der Mitte her. Ich erschrecke unglaublich – dann höre ich zu und erwarte jede Sekunde ein neues Klangmuster, das durch den See saust. Sowas muss man mal erlebt haben. Wer an einem Wasser wohnt, der wird das kennen. Stadtmenschen in der Regel nicht.

Es war trotz wenig Schlaf wunderschön. Ich hoffe, der kommende Winter bringt wieder Eiseskälte und singende Seen.

 

 

Nachts steht das Zelt am See – Der Lichtschein kommt vom Kraftwerk Rheinsberg, einem ehemaligen Atomkraftwerk
Stechlinsee am Morgen – Die Sonne geht auf
Das Eis gefriert zu schönen Figuren
Auf den See ist eine Kiefer gefallen

 

Winterbiwak im Uckermärkischen Nirgendwo – Libbesickesee

Winterbiwak im Uckermärkischen Nirgendwo – Libbesickesee

Der Drang nach draußen Vom Sommer kenne ich ihn noch: Er ist mitten im Wald, kein nennenswerter Ort in der Nähe. Umgeben von Wald und schönen Lichtungen liegt der Libbesickesee unweit von Temmen-Ringenwalde mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Am Wochende hatte ich noch nichts vor und […]