Gepostet von  DK  am 27. Januar 2018
Winterbiwak im Uckermärkischen Nirgendwo - Libbesickesee


Der Drang nach draußen

Vom Sommer kenne ich ihn noch: Er ist mitten im Wald, kein nennenswerter Ort in der Nähe. Umgeben von Wald und schönen Lichtungen liegt der Libbesickesee unweit von Temmen-Ringenwalde mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Am Wochende hatte ich noch nichts vor und das Wetter sollte trockene Zustände verheißen. -3° nachts, aber trocken. Auf Grund der Temperatur fanden sich keine Mitstreiter, die sich im Januar an einen See legen wollten. Ich wollte es dennoch und so fuhr ich mit dem Zug allein nach Joachimstal, damit ich von dort zu Fuß zu meinem See laufen kann.

Es ist Samstag, halb 12 und ich breche auf. Die Sonne scheint schon in Joachimstal, doch das sollte sich bald ändern. Ich begegne behundeten Frauen, die Angst vor mir und meinem Krempel haben. Sie schauen weg, grüßen nicht, während ich auf dem Stamm im Wald meinen Tee trinke.  Es wird schnell kalt und ich bin viel zu warm angezogen - jedenfalls für den Tag.

 

Kein Mensch im Wald

Um diese Zeit ist es in Brandenburg unglaublich leer. Ich treffe niemanden, außer zwei Holzhackern, die auf einen Stamm einhacken und mich anschauen, als ich mit meinen Alubechern klappernd auf der alten Kopfsteinpflasterroute zwischen Joachimstal und Milmersdorf an ihnen vorbeiziehe. Der Tag geht recht schnell vorbei. Schon steht die Sonne tief und ich habe noch ein paar Kilometer vor mir. Mein Ziel habe ich vor Augen - der See ist noch eine Stunde weg. Der Weg ist kerzengerade, es wechseln sich Kopfsteinpflasterstücke ab mit angenehmeren Schotterpisten. Der Wald ist ruhig, jedoch sehe ich die ganze Zeit über kein einziges Tier. Mein Rucksack ist voll mit Fotoequipment und den Dingen für die Übernachtung am See.

Der Libbesickesee

Nach ein paar Abkürzungen direkt durch das Unterholz und über eine große Lichtung sehe ich den See. Seine Oberfläche ist aus Glas, nichts bewegt sich. Das Tief Henriette hat dafür gesorgt, dass kein Windstoß hier mehr geht. Es wird immer feuchter und langsam kriecht die Kälte hoch aus der Tiefe. Ich laufe direkt zu der Stelle, die ich vom Sommer her noch kenne und schlage dort gleich mein Zelt auf. Danach nutze ich das letzte Tageslicht um noch ein paar Fotos zu erheischen. Danach gibt es eine heiße Suppe und einen Tee. Dann liegt er vor mir im dunklen Herbstlicht.

 

 

 

 




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