Der Ostsee so nah – dem Trubel so fern. Nandalee Camping.

Der Ostsee so nah – dem Trubel so fern. Nandalee Camping.

Die Schweizer nennen die Gemeinschaftsschlafräume auf ihren Berghütten “Massenlager”. Ein Name, der auch gut zu den Campingplätzen an der Ostsee passen würde. Denn in den Urlaubergehegen hinter den Dünen mündet ein VW-Bus in den anderen und die Zeltheringe stehen wie Blechschwärme im Sandboden. Auf unserer Usedom-Tour, die wir auf die Sommerferien legen mussten, haben wir zum Zelten einen schöneren Ort gesucht und dafür die Ostsee einfach ein Stück hinter uns gelassen. Auf dem Nandalee Campingplatz in Sellin bei Bansin kann man ganz in Ruhe ein paar Tage verbringen und ist nur etwa 3 Kilometer vom Meer entfernt. Es gibt mehrere Einzelstellplätze für Zelte oder Wohnmobile und dazu größere Wiesen, wo man sich nicht nahe kommen muss, wenn man nicht will.

Weniger Camping. Mehr Platz.

Die Atmosphäre ist entspannt und hat etwas von Spa-Camping. Das Essen wird selbst zubereitet (der Kartoffelsalat soll grandios sein, haben wir aber nicht probiert) und wird draußen oder drinnen in einer Art Lounge serviert. Es gibt auch eine Badestelle, allerdings ist der See sehr schlammig und nicht wirklich zum Schwimmen geeignet. Der Blick auf die untergehende Sonne über dem Wasser ist dafür aber umso besser. In der Nähe gibt es einen kleinen Laden, in dem man Brötchen bestellen oder selbstgemachte Wurst kaufen kann. Getränke, Obst und andere Kleinigkeiten bekommt man hier auch. Und wenn man sich zu den alten Dorfbewohnern setzt, die sich hier am Abend auf ein Bier treffen, kann man ihrem Plattdeutsch lauschen, diesen dunklen, rollenden Lauten, die wie eine sprachliche Anpassung an das raue Leben am Meer erscheinen und die so wie die alten Dörfler leider langsam für immer aus dieser Welt verschwinden.

 

 



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