Durch Deutschlands größte Wüste // Lieberoser Heide
Gepostet von DK am 10. Dezember 2018


Schon wieder geht es auf einen verlassenen Truppenübungsplatz der Sowjets. In den siebziegern diente er als Manöverplatz für 50 Tausend Soldaten zu einem der größten Übungen des Warschauer Paktes - heute zeugt davon noch eine Aussichtsplattform, damals für die hochrangigen Offiziellen extra aufgeschüttet, heute ein schöner Aussichtspunkt, von dem man eigentlich heute gut sehen kann, wie sich die Vegetation langsam über das Gelände legt. Der Wald kommt zurück - und mit ihm allerlei heimisches Getier und auch einige Wolfsrudel.

Ein Produkt von Waldbränden

Die Landschaft erinnert an andere Gegenden auf der Welt. Es ist Brandenburg - allerdings nicht im Naturell, sondern in adaptierter Form. Ein Waldbrand formte diese Landschaft. Sie wuchs nicht mehr zu, auch weil sie freigehalten wurde vom Militär. So haben wir heute diese Wüste - mitten in Brandenburg. In der Gegend brannte es schon öfter, wohl auch durch Brandstiftung wie beim Waldbrand 2018. Im Jahre 1942 ist der Wald entflammt und damit auch die heutige Heidelandschaft entstanden. Durch die permanente Nutzung wurde sie freigehalten, bis 1994 als die russischen Streitkräfte im größten Truppenrückzug der Geschichte sie dem menschlichen Einfluss entzogen. Seitdem ist nichts mehr gemacht worden. Ganz langsam wächst so auch die Heide teilweise zu. Doch sie ist so groß, dass es noch genug Freiflächen gibt. Es wird noch lange dauern.

 

 

Hitzestau im Sonnenbad

Diesmal ist es warm, sehr warm. Man bleibt lieber im Schatten. Doch so viel Schatten gibt es hier nicht. Die Fläche ist nur am Rand bewachsen. Im Zentrum hat sich eine riesige Freifläche erhalten. Sie bildet das Zentrum der Lieberoser Wüste. Man kann mehr als einen Kilometer weit blicken, eine Ausnahme im Brandenburger Meer aus Kiefern und Birkenwäldern.

Rostige Reste

Im Sand entdeckt man mit bloßem Auge die Reste der ehemeligen Nutzung. Es schauen Hülsen und Projektile aus dem Boden, überall. Mit dem Metalldetektor sollte man hier nicht langgehen. So genießt man einfach die Landschaft. Sie ist wunderschön - auch ohne Superlative.

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