Gepostet von  DK  am 23. Januar 2021
Frosttour durch das Oderbruch
Tourenlänge: 70  km


Bikepacking in Ostbrandenburg Winter 2020/21

In hiesigen Gefilden findet man ihn dieser Tage nicht mehr. Frosttemperaturen sind selten geworden. Der Winter kann meist nur noch weiter östlich im kontinentaleren Inland und in Alpennähe angetroffen werden. Die nördlichen Tiefbenen erfahren ihn recht selten. Doch im Januar 2021 können wir ihn auf einer 3-tägigen Tour durch die Wälder Ostbrandenburgs erleben. Von Osten zieht kalte Luft bis ins östlichste Deutschland in die Tiefebene des Oderbruch und hält sich ein paar Tage dort.

Bei teilweise knapp -10° in der Nacht verbingen wir 2 Nächte in den Wäldern und insgesamt zweieinhalb Tage. Die Wege sind verschneit und es gibt viele umgestürzte Bäume. Ein Lagerfeuer lässt uns bis spät in die Nacht die Atmosphäre genießen und es wird Steak gebraten und Honigschnaps getrunken. Es ist eine Wintertour wie aus dem Bilderbuch. Am Ende der Tour in Chorin kommt dann nochmal ordentlich Schnee, als auch die Temperaturen wieder steigen. Pünktlich zum Tourende liegt die Temperatur bei knapp unter 0° und der Schnee wird zu Regen. In Berlin ist der übliche Matschwinter zurück. Doch die Hoffnung auf weitere Winterepisoden bleibt bestehen.

Der Tourenverlauf

Die Tour beginnt am Bahnhof Werneuchen und verläuft vorbei am Flugplatz Werneuchen. Das erste Ziel ist der Gamensee und der damit auch beginnende Waldabschnitt, der bis Bad Freienwalde auch nicht mehr unterbrochen wird. Von hier hat man das Gefühl, sich in einem riesigen Wildnisgebiet zu befinden. Auch im Sommer ist die Tour sicherlich eine Schönheit, da man an potentiellen Badeseen ebenfalls vorbeikommt. Die 70km sind für die Zeit, die wir geplant haben eigentlich sehr wenig. Man darf aber nicht vergessen, dass die Tour auf zerfurchten Waldwegen verläuft und sich unheimlich viele für Brandenburg auch besondere Sehenswürdigkeiten am Wegesrand bieten, wenn man ein Auge dafür hat.

Je weiter man nach Bad Freienwalde kommt, umso mehr gleicht die Landschaft einem Mittelgebirge. Durch vereinzelten Fichtenbestand hat man dann vollends das Gefühl, sich eigentlich im Harz oder in Thüringen zu befinden, statt in Brandenburg. Schutzhütten gibt es dort auch immer mehr. Diese sind auch geeignet um drin zu übernachten. Wir bevorzugen im Winter jedoch ein Fichtendickicht in einer Schlucht. Es ist unglaublich Still und die Sterne leuchten durch die Baumkronen.

Hinter Bad Freienwalde durchqueren wir dann das Oderbruch und die Landschaft weist einen völlig anderen Charakter auf. Wir überqueren die alte Oder auf einer Vorkriegsbrücke der Eisenbahnlinie Freienwalde-Zehden, die es schon lange nicht mehr gibt. Weiter geht es dann Richtung Oderberg über den Inselwanderweg. Es bieten sich immer wieder schöne Blicke ins Oderbruch.

Letzter Abschnitt Oderberg nach Chorin

Vom sehr schönen Oderberg aus geht es weiter nach Chorin, größtenteils auf Kopfsteinpflaster und im sich vertiefenden Schnee. Die Strecke ist wunderschön. In Chorin gibt es dann wieder Bahnanschluss nach Berlin.


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